Sportanlage
   

Kunstrasen mit Sieg eingeweiht

 

Waldsportplatz - Anlage in Budenheim für 600 000 Euro umgestaltet / 05-Profis zu Gast

 

Budenheim (hes). Zur Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes hatte Bürgermeister Rainer Becker das Budenheimer Blütenhaus mit Cathrin I. und deren Prinzessinnen Lisa und Moana mitgebracht. Diese waren keineswegs mit leeren Hängen gekommen, vielmehr hatte jede der Damen einen Fußball dabei. Rainer Becker schmunzelte, als er hervorhob, dass die Umgestaltung des Waldsportplatzes nicht nur 600 000 Euro gekostet habe, sondern mit jenem Kunstrasen ausgestattet sei, den auch der Bundesligaverein Mainz 05 besitze: Hätte davon Bundestrainer Löw Kenntnis gehabt, wäre er sicher mit der Nationalmannschaft nach Budenheim zum Trainieren gekommen...

 

Das Geld für die Umgestaltung vom einstigen Tenneplatz zum Kunstrasenplatz, mit den anliegenden Leichtathletik-Anlagen für für 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen, sei gut angelegt. Man sah dem Ersten Vorsitzenden des Budenheimer Fußballvereins, Frank Dörr, die Freude an, dass die Sportanlage in der geplanten Zeit von zwei Monaten fertig gestellt wurde und damit optimale Bedingungen geschaffen wurden.

 

Mit einem Fußball als Geschenk überraschten das verantwortliche Planungsbüro "Ries + Ries" und der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Budenheim, Andreas Weil. Etwa 200 Gäste waren gekommen, die sich als Zuschauer auch das Fußball-Derby zwischen dem gastgebenden FV Budenheim und SG Gensingen/Grolsheim anschauen wollten. Ob es am vorausgegangenen Anstoß gelegen hat, den Blütenkönigin Cathrin I. mit ihren Prnzessinen ausführte, vermochte niemand zu sagen - jedenfalls bezwangen die Kicker von FVB-Trainer Gerd Jennewein den Gegner aus Grolsheim mit 4:1. Jenneweins Kommentar: "Ein verdienter Sieg für uns."

 

Somit bestand ein doppelter Anlass zum Feiern. Neben den politischen Vertretern der im Gemeindeparlament vertretenen Ratsfraktionen hatten sich auch die Spieler Dragan Bogavac und Christian Wetklo von Mainz 05 eingefunden, die bereitwillig Autogramme gaben. Die Anlage sei nicht nur funktional aufgewertet worden, stellte Bürgermeister Rainer Becker fest, vielmehr habe auch der Ortseingang ein verbessertes Bild erhalten.

AZ: 15.09.2009

 

Der Sportplatz -

eine lange und oft leidige Geschichte

Bei einem Bürgerforum Anfang 1993, als es um die aktuelle Sportplatzsanierung ging, kamen Irritationen über die Entstehung de, Platzes auf. Zu diesem Thema geben uns die Protokolle de, Turngemeinde Budenheim und Kommentare, wie sie in der Festschrift zum 100jährigen Bestehen der TGM veröffentlicht sind, weitgehend Aufschluss.

29.3.20: „. . . Turner Krautkrämer wird beauftragt, mit dem Verwalter des Universi­tätsgeländes persönlich in Verbindung zu treten und schriftlich ein Gesuch der Turngemeinde zwecks Überlassung eines Spielplatzes abzugeben. Kommentar TGB: Für die bestehende Fußballabteilung wurde ein Spielplatz gesucht. Nach dem vorstehenden Beschluss wurde das jetzt noch vom FV I3 1919 genutzte Gelände an der Bingerstraße vom Uni-Fonds in Mainz gepachtet und im Verlauf der Jahre von der TG ... in mühevoller Arbeit hergerichtet. Der Platz war bis 1932 von der TG gepachtet und ging erst 1932 an de, FV über."

15.5.20: „Turner Krautkrämer erstattete nochmals eingehenden Bericht über die mit dem Uni-Fonds gepflogenen Unterredungen und verliest den Vertrag... Der Pachtpreis beträgt pro fahr 200,- Mk. Es wurde ein Arbeltsausschuss, bestehend aus den Turnern Conradi Adam, Wald Lukas, Knaf, Beulich, Nußbaum und Mann Phil., gebildet, welche die nötigen Anweisungen beim Herrichten des Platzes geben. Andie Turner, hauptsäch­lich an die Fußballspieler, wird das Ersuchen gerichtet, fleißig und nach bestem Kennen mitzuwirken. Der Arbeitsausschuss ist beauftragt, erforderliches Gerät, wie Wagen etc., möglichst unentgeltlich zu beschaffen."

3.6.22: Organisationsbesprechung Stiftungsfest und Sportplatz-Einweihung. 22.10.22.: „Streuber stellt den Antrag,  dass die Anteilscheine zur Kapitalbeschaffung für die Planierung de, beiden Sportplätze (Fintherweg und Binger Straße, RED.) nach 5jähriger unverzinslicher Frist für die weiteren Jahre verzinst werden sollen... Benötigt werden etwa 50-60.000 Mark!'

Hierauf folgt eine Lücke in der Protokollabfassung de, TG. Über die Sportplatzeinweihung ist nichts erwähnt. Übrigens betrug der monatliche Mitgliedsbeitrag bei der TG damals 400 Mk. (beginn, ende und galoppierende Inflation).

Offenbar wurde der Platz aber nicht erst 1923 sondern bereits 1922 eingeweiht. So wird es auch in der Festschrift zum 50jährigen Bestehen des AB von 1969 berichtet. Das Freundschaftsspiel zur Einweihung des Platzes wurde im Frühsommer 1922 gegen eine de, damals führenden Mannschaften „Pfalz Ludwigshafen ausgetragen und rel. glimpf­lich mit 1 : 5 verloren.

Der Platz wurde bald mit einem gut 2 m hohen Bretterzaun umgeben, einmal um den Platz gegen unbefugte Benutzung abzuschirmen, des weiteren aber um die Sicht gegen zahlungsunwillige Zuschauer zu nehmen.

 


 

Die etwa 30jährigen Pappeln am Südrand des Platzes (übrigens bereits teilweise morsch.) müssen einer etwa 20 m tiefen Erweiterung des Platzes weichen. in der Südostecke geht die Laufbahn und die Kugelstoßanlage über die alte Platzgrenze hinaus.

 
 


 

September 1993: neue Drainagerohre werden gelegt, daneben aber auch Leitungen für eine Beregnungs­anlage

Oktober 1993: der neue Oberbelag wird aufgetragen

 
 
 
 


 

Der neu gestaltete Eingangsbereich. Das alte: Kassenhäuschen ist verschwunden.

 
 
 


 

Das Sportgelände bei einem Spiel der 1. Mannschaft 1968.

 


 

Wir Buben buddelten uns aber wie die Kaninchen durch den weichen Flugsand unter dem Zaun durch, vor allem von oben vom Wald her und kickten wohl jeden Nachmittag, oft bis in die Dunkelheit hinein. Es wurde stets „Nürnberger Trichter", 2 Mannschaften auf 1 Tor, das Tor am südl. Ende gespielt. Hervorragende Spieler wie Hennes Satter, Willi Kaus, Willi Veit, Günter Mann, Hans Bobrich und Josef Bitz gingen aus dieser wilden Truppe hervor. Ab und zu kam schimpfend eine kleine Gestalt unten am Tor rein, und wir verschwanden wie die „Lapping" durch die Löcher unter'm Zaun. Es war der Vorsit­zende Adam Heigert, der diese Aktivitäen nicht duldete.

Als die Amerikaner am 21. März 1945 einmarschierten, benutzten sie vorübergehend den Platz zum Abstellen von Fahrzeugen. Gekickt wurde nun in einer Mulde südlich der Chemischen Fabrik, die im Winter meist unter Grundwasser stand und zum „schleifen" auf dem Eis diente. Heute würde man sagen in einem „Biotop" oder Retentionsraum. Das Loch wurde verfüllt. Heute steht das Labor- und Verwaltungsgebäude der CFB darauf, bzw. eine Grünanlage.

Als die Amerikaner den Sportplatz verlassen hatten, setzte ein run auf den Zaun ein, der rasch den Weg alles Verheizbaren ging.

1968/69 wurde der Platz dann erstmalig mit Unterstützung der Gemeinde neu instand gesetzt. Dabei blieb es bis 1993 - also 24 Jahre.

Am 1. Januar 1993 ging der Platz an die Gemeinde als kommunale Sportanlage über. Sportheim und Nebengebäude samt „Rollschuhbahn" blieben in Vereinshänden. Ende August 1993 begannen die vom Gemeinderat beschlossenen Sanierungs- und Wieder­aufbaumaßnahmen. Das Spielfeld wurde etwas verkleinert, vor allem verschmälert. An der Ostseite entstehen 3 Einhundertmeter-Bahnen, in der Südostecke eine Kugelstoßan­lage, an der Westseite ein Weitsprungplatz mit Anlaufbahn. Bereits 1992 war der Ballfangzaun an der Ostseite erneuert worden. Nun verschwand das alte baufällige Kassenhäuschen. Der Eingangsteil, die Einfahrt, der Bereich zum Eingang zu den Umkleideräumen wurde erneuert. Den Platz umschließt wieder ein Zaun, z. T. allerdings nur provisorisch als forstlicher Hegezaun. Den Winter 93/94 ruhte der Platz. Bei ca. 250 m Niederschlag in dieser Zeit wurde er ordentlich eingeschlämmt. Am 14 März begannen die Abschlussarbeiten. Wir hoffen, zum Aprilende noch das eine oder andere Heim­spiel auf dem neuen Platz austragen zu können. KG.

Platzeinweihung 1922, FV Budenheim          Pfalz Ludwigshafen

 

 

1924. Die Mannschaft nach dem Spicl gegen Eintracht Frankfurt